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Geschrieben von Raistlin am 14.07.2011 um 22:32:

 

Wieder 2 Bücher ausgelesen:

Jo Nesbø - Headhunter

"Roger Brown genießt als Headhunter in Wirtschaftskreisen einen exzellenten Ruf. Was niemand weiß: Er raubt seine Klienten aus, bringt sie um ihre Kunstwerke. Auf einer Vernissage lernt Brown den Holländer Clas Greve kennen. Greve scheint ihm die perfekte Besetzung als Geschäftsführer eines GPSUnternehmens. Die Männer kommen ins Geschäft, und so erfährt Brown, dass Greve einen lange verloren geglaubten Rubens besitzt. Am nächsten Tag stiehlt Brown das wertvolle Gemälde. Doch Greve erweist sich als hartnäckiger Gegner. Eine gnadenlose Verfolgungsjagd beginnt."

Hat Spaß gemacht zu lesen und geht dank des angenehmen Schreibstils auch ganz locker von der Hand. Die Einblicke in die Handlungsweise der Headhunter ist sicherlich interessant und hilft einem ggf. sogar beim nächsten Bewerbungsgespräch, da er auch ein paar seiner Tricks verrät [auch wenn man den Part mit den 'Verhörtechniken', die sich Brown vom FBI für seine Bewerbungsgespräche abguggt, vielleicht nicht ganz so ernst nehmen sollte zwinkert ].
Das Ganze ist aber nur die Rahmenhandlung, denn im Grunde handelt es sich bei dem Buch um einen Thriller, ein Schachspiel zweier Meisterhirne, die einander versuchen Schach-Matt zu setzen. Auf der einen Seite Brown, Headhunter und Kunstdieb mit einer Menge Menschenkenntnis - auf der anderen Seite Greve, der ehemalige Elite-Soldat mit Zugriff auf High-Tech-Ausrüstung.
Das Ende ist überraschend, wenn auch ein wenig konstruiert. Generell aber eine intelligente Handlung, mit einem konstanten roten Faden. Gen Ende werden sogar wieder Punkte vom Anfang aufgegriffen, die man schon teils vergessen hatte. Ich musste jedenfalls nochmal zurückblättern um nachzuschlagen, wer denn der Mann war, der am Ende durch die Tür kam. Aber das ist eher meinem Hirn geschuldet, als dem Autor. Der hat seinen Job hier ansich sehr gut gemacht.

Anonymus - Das Buch ohne Namen

"Ein Buch ohne Titel und ohne Autor tötet jeden, der es liest. Ein geheimnisvoller blauer Stein ist plötzlich verschwunden - und alle suchen ihn. In Santa Mondega bricht die Hölle los - im wahrsten Sinne des Wortes. Eine Sonnenfinsternis wird Santa Mondega bald in völlige Dunkelheit tauchen und dann wird es blutig werden. Blutiger als sich irgendjemand vorstellen kann. Denn ein Fremder ist in der Stadt: The Bourbon Kid."

Abgedrehte Story mit Vampiren, Untoten, Mönche und anderen abgedrehten Typen wie einen Killer im Elvis-Kostüm, einen schwarzen Agend Mulder, der sich für Denzel Washington hält und einen männlichen Buffy-Verschnitt im Körper eines Wrestling-Superstars mit der mechanischen Luke-Skywalker-Gedächtnishand. Liest sich wie ein Roadmovie mit einer Menge Film-Referenzen, Anspielungen an die Popkultur und haufenweise Kultzitaten. Allein der Bourbon Kid ist so eine geniale Figur, dass ich es kaum erwarten kann den zweiten Band zu lesen. Ein paar Twists ['ein paar'.. ach was! So ziemlich jeder ist jemand anderes, als er zu seien scheint] sind natürlich auch enthalten und so, dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen mag. Der Schreibstil ist sicher nicht der Anspruchsvollste, dafür liest sich das Werk aber auch flüssig und kommt ohne großartige Floskeln und elendlangen Beschreibungen aus, wie man sie vielleicht aus Effi Briests Vorgarten kennt. Anyway, Teil 2 liegt schon hier - Das Buch ohne Staben und muss jetzt von mir gelesen werden. In diesem Sinne: Haltet die Ohren steif und hütet euch vor Barkeeper, die euch Pisse andrehen wollen und - noch schlimmer - vor Typen, die Bourbon trinken.



Geschrieben von Ishaèll am 15.07.2011 um 09:34:

 

murakami - afterdark
murakami - gefährliche geliebte
beide bände ziemlich schnell durch.vielleicht 2 tage

murakami - kafka am strand gerade dabei



Geschrieben von Zimmerit am 15.07.2011 um 10:10:

 

Ernst Jünger - Das abenteuerliche Herz (Erste Fassung, Aufzeichnungen bei Tag und Nacht)

Schon bekannt, aber halt sehr schön und kein Grund es nicht nochmal zu lesen. Ein Manifest für das Verschüttete, Verlorene und Irrationale des Daseins könnte man sagen (und dabei schon alt, immerhin von 1929).
In tagebuchartige, kürzere Abschnitte gegliedert, daher auch gut geeignet zum lesen "zwischendurch".



Geschrieben von Amaterasu am 16.07.2011 um 15:17:

 

...und nochmal alles gesammelt:
Wolfgang Borchert - Das Gesamtwerk



Geschrieben von Zimmerit am 01.08.2011 um 22:06:

 

Joris Karl Huysmans - Tief unten

Mal wieder ein Literaturklassiker, ein von seiner Gegenwart angewiderter Schriftsteller im Paris des ausgehenden 19. Jahrhunderts arbeitet an einer Studie über Gilles des Rais und begibt über dieses Interesse und seine Recherchen zunächst theoretisch und dann auch praktisch selbst in immer obskurere und schließlich satanistische Kreise. Das ganze sprachlich überaus dicht und kunstvoll, ergo also ein Buch für Leute die es gerne mal etwas ästhetischer haben und bspw. auch Gedichte von Baudelaire mögen.



Geschrieben von Nion am 22.08.2011 um 20:19:

 

Gerade ist es: Joe Abercrombie - Racheklingen.



Geschrieben von Chalotte am 24.08.2011 um 00:22:

 

Momnetan lese ich
Ich hab die Unschuld kotzen sehen 1+2

Noch schlechter wie ich erwartete...
Naja was man anfängt muss man auch durchziehen, so ein mist



Geschrieben von Raistlin am 24.08.2011 um 01:05:

 

Zitat:
Original von Chalotte
Naja was man anfängt muss man auch durchziehen, so ein mist


Nö, wieso? Wenn einem was nicht gefällt, dann kann man auch damit aufhören. Du liest das Buch ja schließlich freiwillig, als Hobby, in deiner Freizeit. Die würde ich nicht an etwas verschwenden, das dir keinen Spaß macht zwinkert


Nachdem ich mit der historischen Uhtred-Reihe von Bernard Cornwell bereits den Einfall der Wikinger in England abgehandelt habe [siehe Reviews ein paar Postings weiter vorne], lese ich nun die Ramses-Reihe von Christian Jacq. Band 1 ist bald zu Ende, gefällt mir bisher fast genau so gut. Die Geschichte ist nicht nur spannend, sondern auch sehr lehrreich, da ich in der ägyptischen Kultur und Geschichte so gut wie gar nicht bewandert bin. Einige Sachen sind wirklich interessant zu erfahren. Immerhin ist der Autor auch Ägyptologe, da sollte er eigentlich wissen wovon er schreibt.



Geschrieben von Raistlin am 15.09.2011 um 23:09:

 

Immer noch bei Ramses - Aktuell jetzt Band 5. Das ist dann auch das letzte Band der Saga.

Witziges zu Band 4: Der Autor hat Moses [ja, genau der aus der Bibel] in die Zeit von Ramses gesteckt und ihn richtig als verblendetes Arschloch dargestellt. Die Hebräer wollten gar nicht aus Ägypten weg, die fühlten sich dort wohl - hatten gute Häuser, genug zu Essen, Arbeit, etc... Moses hat sie aber dazu gezwungen. Widerrede wurde nicht geduldet. Die Plagen waren auch entweder Taschenspielertricks oder stinknormale Naturereignisse, die ohne Probleme überstanden wurden und letztlich Moses wie einen Volltrottel wirken liesen. Bezüglich der letzten Plage, der Tot aller Erstgeborenen, sollte es sich dann um bezahlte Mörder handeln, allerdings bekam der Staat Wind von diesem Vorhaben und konnte es abwenden. Ramses hat Moses dann letztlich aus dem Land gejagt und gemeint, er soll sich verpissen. Wenn auch netter formuliert. Verfolgt wurden sie dann letztlich, weil unter dem abziehenden Volk sich 2 Verbrecher befanden, die in illegalen Waffenlieferungen verstrickt waren. Deshalb wurden 2 Streitwaagen hinterhergeschickt. Die Verbrecher wurden getötet, Moses - der als Mitverschwörer nun doch verhaftet werden sollte - entkam aber. Übrigens ohne die Teilung von Wasser. Eher ging es hierbei um einen Sumpf, der durch die Sandstürme nicht als solcher zu erkennen war. Moses kannte den Weg, führte seine Leute durch... einer der Streitwaagen fiel prompt rein. Und das war die Geschichte von Moses, der sein Volk aus Ägypten führte. Haha.

Jedenfalls scheint der Ägyptologe hier kein besonderer Freund des Christentums zu sein.



Geschrieben von Mulciber am 16.09.2011 um 12:15:

 

David Foster Wallace - Unendlicher Spaß

Würdiger Nachfolger zu Musils Mann ohne Eigenschaften (in vieler Hinsicht), bin erst bei etwa 1/10 des Buches und schon wirklich begeistert.

In diesem Sinne:
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